Onkologische Behandlungszentren

Verbindliche Qualitätsstandards bei der Diagnose, Behandlung und Nachsorge sind unabdingbare Voraussetzungen, um die optimale Versorgung von Krebspatienten sicher zu stellen. Dies setzt neben inhaltlichen Vorgaben auch effiziente Organisationsstrukturen voraus. Mit der Bildung onkologischer Zentren wird die interdisziplinäre Kooperation aller Beteiligten gestärkt, die Qualität der Behandlung optimiert und gleichzeitig können ökonomische Synergien erzielt werden.

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Zertifizierte Organkrebszentren

Um die Versorgung von Krebserkrankten zu verbessern, wurde die Zertifizierung von Organkrebszentren eingeführt. Das können z.B. Brustkrebs-, Darmkrebs-, Prostatakarzinom-, Lungenkrebs- oder auch Hauttumorzentren und Gynäkologische Krebszentren sein. Diese Einrichtungen müssen festgelegte Standards in der Krebstherapie erfüllen und Erfahrung mit der jeweiligen Krebsart vorweisen. Zertifizierer ist die Deutsche Krebsgesellschaft. Die Einhaltung der fachlichen Anforderungen wird in regelmäßigen Abständen überwacht.

In NRW haben sich in den letzten Jahren bereits mehrere hundert zertifizierte Organkrebszentren etabliert. Vorreiter sind die nordrhein-westfälischen Brustzentren. Für sie gibt es zwei Zertifizierungsverfahren: das bundesweite Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft und ein landeseigenes Zertifikat, das die Ärztekammer Westfalen-Lippe ausgibt. Beide unterscheiden sich hinsichtlich der Qualitätsanforderungen kaum.

Onkologische Zentren

„Onkologische Zentren“ setzen sich aus mehreren Organkrebszentren zusammen. Um eine Zertifizierung als Onkologisches Zentrum zu erlangen, sind – über die organspezifischen Anforderungskataloge hinaus – weitere Ressourcen vorzuhalten, die organübergreifend organisiert werden, wie beispielsweise die Tumordokumentation oder das Studienmanagement. Derzeit gibt es in NRW 17 von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte
Onkologische Zentren. Die Einhaltung der fachlichen Anforderungen wird jährlich durch ein unabhängiges Zertifizierungsinstitut überwacht. Die Bezeichnung „Onkologische Zentrum“ wird ebenfalls von der Deutschen Gesellschaft für Hämatoonkologie und Onkologie genutzt. Dahinter steht ein Zertifikat für Kliniken und auch für spezialisierte Praxen.

Comprehensive Cancer Center (CCC) – Spitzenzentren der Krebsmedizin

Neben dem Begriff des Tumorzentrums ist seit etwa 2004 nach US-amerikanischem Vorbild der Begriff des Comprehensive Cancer Centers in Deutschland wieder neu eingeführt worden. Die Anforderungen an diese onkologischen Spitzenzentren sind hoch: Schwerpunkte sind zum einen die verstärkte institutionalisierte Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen und zum anderen die Verknüpfung von klinischer Versorgung und patientenorientierter Forschung. Neben Diagnostik und Therapie spielt dabei auch die Prävention eine Rolle, wie z.B. Forschungen zur Krebsentstehung. In Deutschland gibt es derzeit zwölf Spitzenzentren – drei davon in NRW. Adressen finden Sie am Seitenende als Download. Telefonisch gibt die Krebsgesellschaft NRW ebenfalls gerne Auskunft.

Quelle

Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (Hrsg.) (2014). Diagnose Krebs. Wegweiser zur ersten Orientierung. (S.33-34). Düsseldorf: Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.